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OOP2010 – Interessantes, Hampelmänner, OCEB

 

Es war schön, schön, schön, und sehr lehrreich. Die Referenten, die hier Sprecher genannt werden, waren meistens sehr gut. Sowohl in Ihrem Wissen und Können, als auch in Ihrer Art, das an uns herüberzubringen. Natürlich gab es auch ein paar Schlaftabletten, die ein wirklich gutes Thema total versaut haben, aber die überwiegende Mehrheit war wirklich gut und sehr gut. Glückwunsch an euch Sprecher und den Veranstalter.

 

Reifegrade

 

Besonders gut hat mir gefallen, dass einige es wagen, dann wirklich auch Stellung zu Ihren Themen beziehen, an denen sie in der Regel auch mitarbeiten. Dadurch werden aktuelle Technologien nicht nur vorgestellt und erläutert, wie das Zeitschriften das ganze Jahr über tun, sondern auch eingeordnet.

 

Das war erfrischend, kam manchmal fast radikal rüber, aber es regt(e) zum Nachdenken an. Sowas wie: Aus Sicht von Rest ist Java FX übel, JEE und Spring sind sehr ähnlich geworden und kämpfen um Ihre Marktstellung, wer braucht denn wirklich OSGi, und SOA war nicht wirklich präsent (das ist, wie wir ja schon seit etwa einem Jahr wissen, sowieso schon tot). Scala ist schön, aber so richtig Feuer hat da keiner gefangen. Aber DSLs sind cool und XText und MPS und und und … (Details folgen)

 

Überhaupt ist mir aufgefallen, daß viele Technologien an einem Reifegrad angekommen sind, wo man sie mal neu bewerten sollte. Z. B. das bereits erwähnte JEE6 und Spring3, aber auch allgemein Architekturkonzepte und Pattern oder Schichtenmodell, Interfaces.

 

In den letzten 15 Jahren wurden viele Lösungen nach Mustern gebaut, weil die Technologien so vielfältig waren und es manchmal schwer war, die richtige Lösung und die passenden Tools dafür zu finden. Denkt mal darüber nach, ob man nicht mal wieder vieles auf die möglichst einfachste Weise lösen sollte. Gerade weil die Technologien immer noch viele Möglichkeiten bieten, andererseits aber einfacher geworden sind. Es geht heute einiges leichter und man benötigt für einige Dinge keine speziellen Tools mehr. Deshalb ist es heute besonders wichtig, vorab eine richtige Software-Architektur für ein Projekt zu überlegen und zwar auf Grund der aktuellen Technologien und nicht nach vor Jahren mal gelernten Pattern und Schemas zu arbeiten.

 

Und auch die Produkte.. es fällt mir auf, daß ich gerade in den letzten Wochen von einigen Seiten höre. „Die Sun – Produkte waren früher schlecht, sind aber heute sehr gut oder sogar die besten“, z. B. der Application-Server classfish kann mehr als die anderen (z. b. weblogic oder oas) und das auch noch besser. Da durch die Oracle-Sun – Übernahme jetzt alle drei Produkte Oracle gehören, sehen wir mal was da passiert.

Mein Appell: Kollegen Software-Entwickler, Architekten, Analysten und „Sonstwie“-Leiter, bildet euch jetzt weiter und denkt mal wieder über eure Arbeit nach, es hat sich einiges verändert. Und es lohnt sich. Für Details könnt ihr mich gern ansprechen. (Joerg.Berthel@berthel.de)

 

Modellierung, BPM

 

Nun zum Bereich Modellierung und eins meiner aktuellen Lieblingsthemen BPM oder auf neudeutsch Business Process Management. Die Notation BPMN 2.0 und die neuen Modellierungstools und das auf einem großen Touchscreen machen wirklich Spaß. Ich weiß, Arbeit muß nicht Spaß machen, aber manchmal hilft das doch ungemein.

 

Hier haben die Werkzeughersteller in nächster Zeit noch einige Möglichkeiten sich auszutoben, aber z. B. die Beta vom neuen MID-Innovator sieht schon mal gut aus. Da werde ich mir auch noch einige andere ansehen. Da die BPMN 2.0 jetzt direkt auf Process Engines ausführbar ist, kann auf mittlere Frist BPEL entfallen.

 

Und da IBM und Oracle an der BPMN 2.0 mitgearbeitet haben, werden sie diese hoffentlich schnell in neuen Process Engines neben BPEL auch unterstützen. Und bitte IBM und Oracle, natürlich muß jeder die schönste, schnellste und großartigste haben, aber baut nicht zu viele Spezialitäten ein und einigt euch zumindest in großen Teilen auf gleiche Attribute. Dann wäre mit BPMN 2.0, im Round Trip zwischen Fachabteilungen, IT-Entwicklung und IT-Betrieb, wieder eine Bruchstelle abgemildert.

 

Hinfort sind die unterschiedlichen Sichten nicht. Menschen mit unterschiedlichen Rollen und Aufgabenbereichen können auch unterschiedliche Bilder malen und Modelle bauen. Aber alle können jetzt die gleichen BPMN 2.0 - Symbole verwenden und dadurch können die Modelle der Fachabteilungen und IT wesentlich näher beieinander liegen. Wie man damit umgeht, muß sich zeigen. Z. B. kann ein Business Analyst die Darstellungen wesentlich einfacher zusammenführen.

 

OCEB

 

OK, anstrengend war es auch. Besonders wenn man die Sache ernst nimmt, und sich dann auch noch „nebenbei“ eine Qualifizierung aufhalst. Außerdem kostete die Woche viel Geld, besonders mich als Freiberufler und deshalb hatte ich mir geschworen: „Die Woche wird ordentlich vorbereitet, die Zertifizierung wird durchgezogen und eine Nachbereitung muß auch sein.“ Aber Schluß mit dem Selbstmitleid, selber Schuld.

 

So habe ich also nach ganz guter Vorbereitung, den OCEB – Crashkurs belegt (Di. 6 Stunden mit drei 5-minütigen Pausen) und am nächsten Tag wirklich den 120 minütigen Multiple-Choice-Test bestanden. So nennt mich jetzt bitte „OMG Certified Expert in Business Process Management“ (OCEB) oder einfach kurz „King in BPM“ – okay, okay, nach dem „Fundamental“ gibt es jetzt noch Aufbau-Zertifikate.

 

Danke den OOSE-Referenten Christian Weiss, Tim Weilkiens und speziell Andrea Grass, die den weitaus größten Part mit uns beschäftigt war.

 

Cloud Computing

 

Ja, natürlich auch Cloud Computing war ein Thema mit mehreren Vorträgen. Sehr interessant, aber es steckt doch erst mal so wenig wirklich Neues dahinter. Die Angebote von Amazon, Google und Microsoft sind so interessant wie unterschiedlich. Von virtuellen Rechnern bis zu Service-Landschaften, eben die aktuelle Einteilung in IaaS (Infrastructure as a Service), PaaS (Platform as a Service) bis zu SaaS (Software as a Service). Da kann man aber wirklich auch jetzt schon etwas mit anfangen. Z. B. wenn man mal kurzfristig mehr Rechenleistung benötigt, um z. B. Lastspitzen abzufangen oder einfach mal ein paar Testrechner parallel benötigt. Sicherlich wird sich da noch einiges entwickeln. Bitte beobachten … (Details folgen in Kürze)

 

Ja und sonst

 

Ach so - Ja, weibliche Wesen, waren wie immer zu wenige da. Aber die machten Ihre Sache gut. Und „Ein netter Anblick in Pausen, vertreibt IT-Gedanken und (was reimt sich jetzt da drauf) Flausen?“ Zumindest bis zum nächsten Vortrag. Danke.

 

An der Organisation der SIGS Datacom war nichts auszusetzen. Das Essen im Center der Messe hätte besser sein können. Das Hotel war gut. Und sogar die Bahn nach München und zurück war an meinen Tagen sagen wir mal pünktlich.

 

Aussteller waren für mich einige interessant, andere nicht, das ist wohl sehr individuell.

 

Ach so und die Hampelmänner. Ja das gab es auch ein paar. Z. B. Robert C. Martin (Uncle Bob) (Object Mentor Inc.) als „Clown“ „The Polyglot Craftsman“, der uns mal wieder die Geschichte der Computersprachen näher brachte - war ganz lustig. Aber der Fußball-Jongleur. Sorry – interessiert mich überhaupt nicht. War für mich fehl am Platze.

 

Details

 

… zu den von mir besuchten Vorträgen folgen in Kürze.

 

Hier schon mal die Übersicht:

 

     Mo. 25.01.2010

18:30 – 20-00 Cloud Computing – Eine Plattformübersicht (Lothar Wieske )

 

     Di. 26.01.2010

09:00 – 10:30 Bessere Business Modell durch eine Kombination von BPMN, UML und DSLs (Jochen Seeman (MID))

11:00 – 12:00 Backing Into Agile Leadership (Sue McKinney (IBM))

13:15 – 19:15 OCEB – Crashkurs (oose: Christian Weiss, Tim Weilkiens, Andrea Grass)

 

     Mi. 27.01.2010

09:00 – 10:30 Spring 3.0 in der Praxis: Tipps und Trends (Jürgen Höller)

11:30 – 13:30 OCEB – Test

14:30 – 15:30 Scala Einführung (Michael Stal)

15:45 – 16:30 Nachbars Garten - Wo Architekten lernen (Gernot Starke)

16:30 – 17:00 In-Step (mcroTool)

17:00 – 18:00 The Unbearable Stupidity of Modeling (Peter Friese, Ed Merks)

18:30 – 20:00 From Programming to Modeling - and Back Again (Markus Völter)

 

    Do. 28.01.2010

09:00 – 10:30 REST mit Java (Stefan Tilkov)

11:00 – 11:45 Agil bleiben, Motorhaube auf bei XING (Johannes Mainusch, Susanne Repin)

12:00 – 12:45 The Polyglot Craftsman (Robert C. Martin (Object Mentor Inc.))

14:30 – 15:30 BPMN 2.0 – Wird BPEL noch gebraucht. (Jakob Freund, Bern Rücker)

15:45 – 16:30 Rich Internet Application: Productivity by Design (Enrique Duvos)

17:00 – 18:00 Hooking Stuff Together – Coupling, Messaging, Conversations (Gregor Hohpe)

18:30 – 20:00 Google’s App-Engine – Open Source für die Cloud (Thomas Widmann, Alexander Elsholz)

 

    Fr. 29.01.2010

09:00 – 16:00 Leichtgewichtige JEE 6 Architekturen für die Praxis (Adam Bien)

 


BERTHEL IT-Business
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